Zashiki

Ein formelles Gästezimmer wird in Japanisch „Zashiki“ genannt, das bedeutet, wörtlich übersetzt, „Sitzauflage“, so dass der Aufenthalt im Tatami-Zimmer in der Regel eine gekniete Körperhaltung verlangt. Die Dekorationen sind so platziert, dass sie im Sitzen am schönsten aussehen. Man kann den unteren Teil der Papierschiebetür öffnen, um sitzend nach draußen zu blicken. 

 

  

Verhalten im Zashiki

Im „Zashiki“ wird eine spezielle „Verhaltensästhetik“ gewünscht. Wie wir im Bild sehen, wird die Tapetenschiebetür im Sitzen geöffnet bzw. geschlossen, insbesondere von Frauen. 

 

 

Dinge, die wir nicht tun sollten

Wichtig ist, dass man die Kanten von Tatami-Matten nicht tritt. Warum? Es gibt mehrere abergläubische oder mystische Erklärungen. Aber es gibt zwei logische, plausible Gründe. Zum einen werden für die Kante von Tatami Seide oder Hanf als Material und pflanzliche Farbstoffe verwendet, so dass sie durch Treten schnell abgeblasst und die Haltbarkeit von Stoffen verkürzt wird. Zum anderen ist in der Kante Familienwappen als Statussymbol eingefärbt. Diese zu treten bedeutet somit eine Beleidigung für die Familie und ihre Vorfahren. 

Auch die Schwelle sollte man nicht treten. Es gibt auch hierfür einen logischen Grund. In japanischen Häusern wird Holz als Material für das Gebälk verwendet, und die anderen Bau-Materialien sind auch nicht hart. Tritt man die Schwelle mit vollem Gewicht, dann verursacht es eine Senkung und Biegung der Schwelle, so dass die Schiebetüren nicht mehr gut bewegt werden können. 

Auf Sitzkissen zu treten sollte man auch nicht machen. In vergangenen Zeiten konnten nur Adlige Sitzkissen benutzen. Sitzkissen-Anbieten bedeutet heute eine Verehrung und Gastfreundschaft. Ihr Niedertreten ist also sehr beleidigend. 

 

Was macht der Gast im Ryokan üblicherweise dann, wenn die Dienerin ihn verlassen hat und er sein Zimmer inspiziert hat? Weil sich Ryoan sehr häufig in Onsen-Badeort befindet, geht man spazieren und baden. 

 

 

Yukata-Anziehen

Der Gast kleidet sich um, um sich behaglich und häuslich zu fühlen. Yukata, Obi, und Haori sind in einem sozusagen „Kimono-Tablett“ bereitgelegt.

 

 

Strümpfe und Sandalen

Im „Kimono-Tablett“ sind auch ein Paar Strümpfe, die den japanischen Sandalen gut angepasst sind.

 

In Yukata und Haori kann man im Ryokan überall umhergehen; auf dem Korridor, im Foyer und auch im Speisesaal. In den 1960-ger Jahren, als Europa-Reise für Japaner noch eine Ausnahme war, brachten sie ihr eigenes Yukata auf ihre Europa-Reise mit. Und sie gingen in Yukata im Hotel umher. Das war sehr problematisch. (to be continued)