Fragestellung 5

Wie ging es weiter? Es wurde eigens eine Sondertruppe der US-Armee nach Japan entsandt, deren Aufgabe eine ausführliche Dokumentation der Bombenschäden war. 

Daran waren auch Wissenschaftler und Mediziner teilgenommen. Die Arbeit dauerte in den folgenden Monaten an. Die Sondertruppe der US-Armee ergriff folgende Maßnahmen; 

 

 

Taten der Sondertruppe

  •  Fotos und filmische Aufnahmen von Schäden und Opfern, welche zuerst durch Japaner gemacht worden waren, wurden beschlagnahmt und unter Verschluss genommen. Eigene Film- sowie Fotoaufnahmen wurden selbstverständlich nicht veröffentlicht. 
  • Veröffentlichungen von durch japanische Ärzte entwickelten Therapiemethoden wurden verboten. 
  • Ärzten in Hiroshima und Nagasaki wurde Austausch von medizinischen Erkenntnissen untersagt. 
  • ·Haut mit Keloid, Organe sowie Blut von Verstorbenen und Krankenbogen von Verletzten wurden beschlagnahmt.  
  • In Hiroshima und Nagasaki wurde eine „Kommission zur Untersuchung der Atombombenopfer“ errichtet, welche die Strahlenopfer nicht therapierte, sondern sie nur beobachtete wie „Versuchstiere“. 
  • Es wurde der japanischen Regierung eine Anweisung erteilt, Arzneien-Hilfen vom Internationalen Roten Kreuz abzulehnen, weil therapeutische Maßnahmen Krankheitsbilder veränderten. 
  • Die radiologische Wirkung der Waffen wurde verneint, die noch Monate nach den Explosionen zehntausende Opfer forderte. 

Alle Dokumente wurden durch die US-Sondertruppe als „top-secret“ eingestuft, denn die Besatzungsbehörde befürchtete, dass die international-öffentliche Meinung die USA nicht mehr unterstützen und Misstrauen gegen die USA zunehmen würde, wenn die wahre Sachlage der Geschehnisse in die Weltöffentlichkeit käme.  

 

 

Kernfrage

Und jetzt die Kernfrage; Waren die Atombombenabwürfe ein „Notwendiges Übel“ 

oder ein „Böses Kriegsverbrechen“? Der nukleare Kriegseinsatz wird heute noch kontrovers diskutiert, ob wir ihn rechtfertigen können oder verurteilen sollen. 

 

 

Enola Gay + Necessary Evil

Ich habe vorhin gesagt, dass der B-29-Bomber über Hiroshima „Enola Gay“ hieß. 

Sein Begleitflugzeug trug den Namen „Necessary Evil“, also „Notwendiges Übel“. 

Dieser Name stellt die konsequente Haltung der USA während der letzten 80 Jahren dar. Die amerikanische Regierung sagt nämlich, dass die beiden Atombombenabwürfe ein notwendiges Übel waren und dass sie deshalb als „kleines Böse für größeres Gute“ gerechtfertigt werden müssen. Die USA zeigen also keine Reue für die Taten. Bis heute hat keine Regierung der USA eine offizielle Entschuldigung gegenüber den zivilen Opfern und ihren Angehörigen abgegeben. 

 

Die hartnäckige Haltung der USA beruht auf folgende 4 Beweisgründe.

 

4 Beweisgründe

  • Der amerikanischen Armee blieb nichts übrig als die zwei hintereinander folgenden Atombombenabwürfe, um Kapitulation von Japan zu beschleunigen. Sonst wären eine Million US-Soldaten bei Landungsoperationen auf die japanischen Hauptinseln getötet worden. 
  • Die Alliierten erteilten am 26. Juli der japanischen Regierung einen Rat, zu kapitulieren, mit der Bekanntmachung der Potsdamer Beschlüsse. Aber Japan lehnte den Rat ab. Weil die atomaren Angriffe Vergeltungsmaßnahmen gegen das japanische Verhalten waren, können wir sie rechtfertigen.  
  • Hiroshima und Nagasaki waren berühmte Militärhafenstädte. Die Atombombenabwürfe sollten als die Maßnahmen gerechtfertigt werden, welche die japanische Kapazität zum Weiterkämpfen zerstörten. 
  • Die Japanische kaiserliche Regierung drang seit 1931 immer wieder in China und südostasiatische Länder ein. Darüber hinaus überrumpelte sie Pearl Harbor der Vereinigten Staaten. Die Atombombenabwürfe waren also die gerechtfertigten Vergeltungsschläge gegen die langjährigen Verbrechen Japans. Japan hatte die Atombomben verdient. 

Damals, d. h. unmittelbar nach dem Krieg gab es bereits amerikanische Staatsbürger, wie Rechtsanwälte, Historiker und Journalisten, die die Atombombenabwürfe als unmenschliche Taten gegen Zivilbevölkerung anklagten. 

Diese kritischen Stellungnahmen kann man jedoch nicht als Hinweis auf die allgemeine öffentliche Meinung Amerikas werten, denn die Umfrage gleich nach den Bomben zeigte, dass nur 10% der Bevölkerung dagegen waren. Wegen der Besorgtheit über die wachsende Kritik an der Hiroshima-Entscheidung begann die US-Regierung Propaganda in großem Umfang, um die Bombardierung auf Hiroshima und Nagasaki zu rechtfertigen. Die Propaganda dauern heute noch erfolgreich an, so dass die überwältigende Mehrheit der Amerikaner die Abwürfe der Atombombe kaum hinterfragt und die bereits genannten 4 Beweisgründe unterstützt. Sogar der Ex-Präsident George Bush senior sagte 1991, (Zitat) „die Atombomben hätten Millionen von Leben gerettet“ (Zitat Ende). Und die amerikanischen Medien ignorieren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Fülle von Beweisen und Argumenten, die der offiziellen Linie der US-Regierung nicht entsprechen. (to be continued)