Der Kettensägenschein ist für viele Arbeiten im Wald und auf privaten Grundstücken unverzichtbar. Wer mit einer Motorsäge Bäume fällen oder Brennholz aufarbeiten möchte, benötigt in den meisten Fällen eine entsprechende Schulung mit Zertifikat. In diesem Artikel erfahren Sie, was ein Kettensägenschein ist, wann er erforderlich ist, welche Inhalte vermittelt werden und welche Kosten entstehen.

Was ist ein Kettensägenschein?

Der Kettensägenschein ist ein offizieller Nachweis darüber, dass eine Person im sicheren und fachgerechten Umgang mit der Motorsäge geschult wurde. Er wird nach einer theoretischen und praktischen Ausbildung ausgestellt und ist häufig Voraussetzung, um im Wald – insbesondere in öffentlichen oder staatlichen Wäldern – arbeiten zu dürfen.

Der korrekte Begriff lautet meist Motorsägenschein oder Motorsägenkurs, im Alltag hat sich jedoch der Begriff Kettensägenschein etabliert.

Wann ist ein Kettensägenschein erforderlich?

Ein Kettensägenschein ist immer dann notwendig, wenn Sie:

  • in staatlichen oder kommunalen Wäldern arbeiten,

  • in Forstbetrieben tätig sind,

  • Brennholz im Wald selbst aufarbeiten möchten,

  • im Rahmen von Vereinen oder Organisationen Motorsägen einsetzen.

Auf dem eigenen Privatgrundstück ist der Kettensägenschein gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben. Viele Versicherungen und Berufsgenossenschaften verlangen ihn jedoch, um im Schadensfall Leistungen zu übernehmen.

Inhalte der Kettensägenausbildung

Ein professioneller Kettensägenschein-Kurs besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

1. Theorie

Im theoretischen Teil werden unter anderem folgende Themen behandelt:

  • Unfallverhütungsvorschriften

  • Persönliche Schutzausrüstung

  • Aufbau und Funktion der Motorsäge

  • Wartung und Pflege

  • Schneidtechniken

  • Gefahrenbeurteilung

Dieser Teil ist wichtig, um Risiken zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

2. Praxis

In der praktischen Ausbildung lernen die Teilnehmer:

  • sichere Starttechniken

  • korrekte Körperhaltung

  • Entasten und Ablängen

  • Fälltechniken

  • Verhalten bei Spannung im Holz

  • Notfallmaßnahmen

Erst nach erfolgreicher Teilnahme an beiden Teilen wird der Kettensägenschein ausgestellt.

Welche Module gibt es?

Der Kettensägenschein ist oft in verschiedene Module unterteilt:

  • Modul A – Arbeiten am liegenden Holz
    Für das Aufarbeiten von gefällten Stämmen und Brennholz

  • Modul B – Fällen von stehenden Bäumen
    Für das sichere Fällen kleiner bis mittelgroßer Bäume

  • Modul C – Starkholz und Problemfällungen
    Für Profis und Forstwirte

Für private Brennholzwerber reicht in der Regel Modul A oder B.

Kosten für den Kettensägenschein

Die Kosten für einen Kettensägenschein variieren je nach Anbieter, Region und Modul:

Kurs Preis
Modul A ca. 100–200 €
Modul B ca. 200–350 €
Kombikurs A+B ca. 250–500 €
Profi-Module ab 500 €

In den Kosten sind meist Schulungsmaterial, Ausrüstung und Zertifikat enthalten.

Wie lange ist der Kettensägenschein gültig?

Der Kettensägenschein ist in der Regel unbefristet gültig. Allerdings empfehlen viele Forstbetriebe und Berufsgenossenschaften eine Auffrischung alle 3–5 Jahre, da sich Sicherheitsstandards ändern können.

Warum ist ein Kettensägenschein so wichtig?

Die Arbeit mit der Motorsäge gehört zu den gefährlichsten Tätigkeiten überhaupt. Jährlich passieren in Deutschland tausende Unfälle mit teils schweren Verletzungen. Der Kettensägenschein sorgt dafür, dass:

  • Sicherheitsregeln eingehalten werden

  • Unfälle vermieden werden

  • Versicherungen im Schadensfall greifen

  • Arbeiten professionell ausgeführt werden

Fazit: Kettensägenschein als Schlüssel zur sicheren Waldarbeit

Der Kettensägenschein ist nicht nur ein Stück Papier, sondern ein wichtiger Beitrag zur eigenen Sicherheit. Wer regelmäßig mit der Motorsäge arbeitet – sei es für Brennholz, Grundstückspflege oder im Wald – sollte auf eine fundierte Ausbildung nicht verzichten. Die überschaubaren Kosten stehen in keinem Verhältnis zu den Risiken, die durch falsche Handhabung entstehen können.