
(Image:hochzeitde Brautkleider)
Das Unverwechselbare an sich zu entdecken – dazu will die Fastenaktion der evangelischen Kirche "Sieben Wochen ohne Runtermachen" ab heute ermutigen – mit Wochenthemen wie "Du bist wunderbar gemacht" und "Du bist Gottes Ebenbild".
Dass längst nicht alle Menschen sich dessen bewusst sind, das wissen Božo Bartolec, Inhaber des Fotostudios Lengerer, und Frank Luger, Inhaber des Studios "Art Photography" – beide aus Ebingen, beide seit Jahrzehnten Meister ihres Fachs. Während Luger, der für Werbeaufnahmen viel mit Models arbeitet, generell eine steigende Tendenz zur Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen beobachtet hat, hat Bartolec die Erfahrung gemacht, "dass die Leute früher genau so eitel waren". Einziger Unterschied: "Sie wissen, wie einfach man Bilder heutzutage manipulieren kann. Früher mussten wir Pickel stundenlang mit Farbe zuspachteln, heute geht das viel einfacher."
"Die hübschesten Menschen haben oft die größten Probleme mit ihrem Aussehen", ist Lugers Eindruck. "Das ist total verdreht, aber die Werbebranche macht es uns vor." Was macht Schönheit für ihn aus? "Die Ausstrahlung", betont er entschieden. "Und die hat nichts mit technischen Maßen zu tun. Es gibt sehr viele Menschen, die nicht optimal schön sind, aber eine wirklich tolle Ausstrahlung haben." Diese und die Art eines Menschen seien viel wichtiger als das Aussehen selbst. "Privat ist es mir ohnehin egal, wie jemand aussieht – da ist es mir wichtiger, ob er charakterstark und verlässlich ist."
Božo Bartolec kann das nur bestätigen: Manchmal kämen Kunden top gestylt ins Studio, und dennoch sei es schwierig, gute Bilder von ihnen zu machen, weil sie weder lachten noch lächelten. "Und manchmal kommt jemand rein, bei dem ich denke: ›Oje, was mache ich nur mit dieser Person?‹. Dann lacht sie und es werden wunderbare Bilder." Sein Credo: "Schönheit kommt von innen. Wenn sich jemand wohl fühlt und mit sich im Reinen ist, dann sieht man das auch auf den Fotos."
Authentizität – die zählt für Bartolec auch bei Auftragsarbeiten für Firmen. "Wenn wir zum Beispiel für Internetpräsentationen fotografieren, arbeiten wir nicht mit Models, denn genauso gut könnten wir Puppen nehmen. Stattdessen fotografieren wir die Personen, die auch dort arbeiten."
Luger, der viel für die Wäsche-Firmen der Region fotografiert, arbeitet mit Models, hat aber auch Aufträge, bei denen es mehr auf originelle Typen ankommt, und sagt: "Ich finde es schon schön, wenn jemand toll aussieht, aber genau so gut gefällt mir ein Mensch, der vom Leben geprägt ist und etwas zu erzählen hat."
Und wie steht es mit dem Retouchieren vermeintlicher Makel? "Wir versuchen den Kunden immer rüberzubringen, dass diese kleinen Eigenheiten doch zu ihnen gehören", sagt Božo Bartolec. "Wenn jemand eine Zahnlücke hat und ich sie auf dem Foto wegretouchiere – dann ist da doch jemand ganz anderes zu sehen."
Die Fastenaktion "Sieben Wochen ohne" ruft dazu auf, sieben Wochen lang, vom heutigen Aschermittwoch bis zum Ostersonntag, 5. April, die Routine des Alltags zu unterbrechen und neue Perspektiven auszuprobieren. Der Auftaktgottesdienst findet am Sonntag, 22. Februar, in der Michaeliskirche in Leipzig statt und wird ab 9.30 Uhr live im ZDF übertragen. Seit mehr als 30 Jahren lädt die Aktion ein, die Passionszeit bewusst zu erleben. Mittlerweile haben sich fast drei Millionen Menschen darauf eingelassen. Sie verzichten nicht nur auf das eine oder andere Genussmittel, vielmehr folgen sie der Einladung zum Fasten im Kopf. In Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen haben sich im Laufe der Zeit Tausende Fastengruppen gebildet, die das aktuelle Fastenthema aufgreifen.